Freitag, 12. Oktober 2012

Mal wieder ein Fahrrad

Irgendwo in einer Seitenstraße des Frankfurter Kamerun 


, was — wie ich finde — ein so alter wie treffender Regionalismus für das Gallusviertel ist, und noch dazu ein amüsant politisch-inkorrekter, dass ich gar nicht anders kann als ihn zu benutzen, vor allem, weil ich nun seit über 35 Jahren in diesem Viertel arbeite, pausiere und essen gehe oder schlicht nur spaziere, die Jahreszeiten genieße und - fotografiere. 

Sieht das Piktogramm nicht aus wie ein Singlespeed, oder etwa wie ein Kardanrad, verblüffend finde ich bei dieser und ähnlichen Vereinfachungen stets, dass alles dran ist, bloß keine Pedale.    

Freitag, 5. Oktober 2012

Das Shirt zum Blog

Und wieder mal ein Design von Karl-Heinz Seydel, dem Hoffrisör hinter der Litfaß-Säule in der Frankfurter Fahrgasse:


                                                                                 Foto: P. Osterritter

Die Ähnlichkeit ist doch verblüffend, oder? Ich war total überrascht, wie exakt sich die alte Kamera trotz der Stilisierung abbildet. 

Es handelt sich um eine Franka Bonafix, eine Zweiformat-Klappkamera für 6 x 9 und 6 x 6 Zentimeter große Negative auf 120er Rollfilm. Gebaut wurde sie in Bayreuth etwa 1950.  Zwischen den beiden Negativgrößen wird im Innern der Kamera durch eine Einlege-Maske gewechselt. Die Bonafix hat einen Vario-Verschluss (1/200 bis 1/25 Sekunde und B), das Objektiv ist ein Radionar 1:4,5/105 mm von Schneider, Kreuznach. 

Es ist eine Kamera des gleichen Typs, mit dem Arno und Alice Schmidt in den Nachkriegsjahren ihre Schwarzweiß-Aufnahmen fotografiert haben (siehe auch, wobei anzumerken ist: die Marke der Kamera war Franka, das Modell eine Bonafix, aber je nun..). Dazu: meine Memories von der Ausstellung der Schmidt-Bilder in Regensburg vom Eingang bis zum Dunkelbier. Wobei mich im Zusammenhang mit der Kamera die Frage beschäftigt hat: Bei ihrer ausgeprägt länglichen Form (klar: bei 6x9) ist das von den Schmidts wohl (zunächst) aus Sparsamkeit bevorzugte quadratische Format gar nicht so leicht zu handhaben. Erst mit den späteren, "tiefergelegten" Farbdiapositiven der zweiäugigen Yashica wird das Format für die Motivauffassung wirklich zwingend.

Genauer zu besichtigen ist die Bonafix samt den weiterentwickelten Varianten zum Beispiel hier, im Kameramuseum von Kurt Tauber. 

Sonntag, 30. September 2012

Mit welcher Kamera fotografierst du eigentlich?

Ohje, was für eine Frage...

Die ehrliche Antwort lautet: Mit allen möglichen und unmöglichen Kameras, zum Beispiel gerade (in den Tagen seit der Photokina) mit der hier:


Foto: Lomography



Die Ergebnisse — mit eingelegter 24xwas-weiß-ich-Maske — sehen zum Beispiel so aus:





Da ist doch geblitzt worden? Ja, mit einem der zuverlässigsten kleinen Blitzgeräte, das ich kenne, dem Kästchen, das vor Urzeiten zur Canon Canonet geliefert wurde, dem Canolite D: 




Außer on und off gibt es nichts einzustellen, eine Glimmlampe zeigt Bereitschaft, die Batterien halten ewig, und das Ding funktioniert mit allen Kameras. (Um Himmelswillen! Mit allen Analogkameras, meinte ich...)

Nun macht die Sprocket Rocket doch aber Panorama-Bilder mit ganz weitem Winkel, oder? Freilich, und die sehen auf dem Negativstreifen ungefähr so aus:



Der Fotofinisher CEWE Color, von dem man, egal, wo man seine Filme hingibt, in aller Regel bedient wird, hackt maschinell aus den überbreiten Negativen 10x15-Standard raus, meist zwei, manchmal, wie zu sehen, aber auch drei jeweils für sich gefilterte (d.h. sich in Helligkeit und Sättigung unterscheidende) Abzüge. Ich ärgere mich nicht darüber, sondern finde das Aneinanderlegen der verstümmelten (und mit dem Scanner jederzeit integral digitalisierbaren Negative) eher reizvoll. Ein Schelm (nö, eher ein Flachkopf...), wer sich da gleich wieder an David Hockneys Collagen  oder vielmehr an die der Nachtuer erinnert fühlt.  



     

Freitag, 28. September 2012

Unterwegs

in der Unterwelt der Frankfurter Bahnen.




Ach ja, hier gibt es immer noch kleine Ungereimtheiten mit der Bedienung des Blog-Editors: Wenn ich mit der Blogger-App vom Smartphone aus ein Bild hochlade, lässt es sich im Blog nicht vergrößern, weil offenbar nur eine kleine Kopie des wesentlich größeren Bildes hochgeladen wird, und dann muss doch vom stationären PC aus nachgearbeitet werden...



Von einer meiner Bahnfahrten habe ich mir die Tasche mitgebracht, eine richtig schöne Knautschkameratasche, deren Aufschrift auf mein wiederbelebtes Straßenfotografie-Blog hinweist (übrigens nicht zu verwechseln mit dem sehr ähnlich aussehenden Vorläufer, von dem auch ein paar Bilder in die neue Version übernommen wurden. Taschen-Design, heftigste Beratung und praktische Ausführung abermals Hoffrisör Karl-Heinz Seydel, denn der Meister macht ja nicht bloß T-Shirts, sondern ... Was ich richtig traurig finde, als Augen- und Nasenmensch, dass sich beim besten Willen die kosmetischen Empfehlungen des Hoffrisörs hier nicht umsetzen lassen: zum Beispiel diese Seife mit den Aromen von Schwarzwälder Kirschtorte.    
   

Mittwoch, 26. September 2012

Dreh dich nicht um...

Ein nahezu unerschöpfliches Thema: Menschen auf der Straße und Bilder von Menschen auf Plakaten und in Auslagen








Angeblich ist der Straßenfotograf ja so etwas wie ein Guerillakämpfer der Fotografie: In der Masse der Passanten getarnt als harmloser Flaneur lichtet er blitzschnell seine ahnungslosen Mit-Flaneure ab, wenn es geht auch noch in Posen, die sie blöde aussehen lassen. Um Bilder wie die vier oberen zu machen, muss man sich genau umgekehrt verhalten: Man baut sich als Fotografen-Darsteller höchst umständlich vor dem statischen Motiv auf, um es auf das Auffälligste abzulichten. Prompt drehen sich die Vorbeigehenden nach dem Bild im Schaufenster oder dem Plakat um. Die  beiden unteren Bilder dagegen haben langes Warten vor dem erkannten Motiv verlangt. Fazit: Alles Planung.     






Samstag, 22. September 2012

Und plötzlich ist er da, der Herbst

pünktlich, mit seinem ganz besonderen Licht und seinen Farben.


Ebersgöns auf freiem Feld







Frankenallee Frankfurt Gallusviertel 

Freitag, 21. September 2012

Um was geht es eigentlich?

Was Straßenfotografie überhaupt sei, darüber ist schon viel gedacht und geschrieben worden, ich empfehle gern: 

http://www.mittleresgrau.de/allgemein/situation-street-photography-deutschland/article1844/

Aber nicht verzagen, irgendwas geht immer.









Letztlich ist entscheidend - nach meiner Meinung - eine Mischung aus wachsamer Bereitschaft und entschlossenem Zugriff, ich meine unerschrockener Auslösung des Apparats, verbunden mit ein bisschen Glück und persönlicher Unscheinbarkeit. Besonders die hilft. Wer mit dem Gestus „Hier komme ich, ich bin der Pfotograf“ zu arbeiten versucht, scheitert auf der Straße, genauso wie der, sich den Presseausweis wie Spencer Tracy unters Hutband schiebt. Straßenfotografie, das ist angeblich ein bisschen Hit-and-run, das nicht wehtut, etwas, das man bestenfalls gar nicht bemerkt.